Projekt Blumenwiese Teil 4
Im Sommer sind die Wiesen eher trist, da die Blumen nicht mehr so üppig blühen. Daher bin ich froh, dass in unserer Wiese die Nachtkerze etwas Farbe in den Garten bringt und den Insekten Pollen und Nektar liefert. Die Blüten der Nachtkerze öffnen sich erst gegen Abend. Wenn man etwas Geduld hat, kann man dabei zusehen, wie sie aufgehen.

Ohne Pestizide und Dünger
Ein Garten muss heute zwingend ohne Pestizide und Dünger auskommen. Es wird bereits genug Gift in die Gewässer gelassen. Zum einen schaden wir nachweislich der Tier- und Pflanzenwelt und am Schluss aber auch uns selber. Lassen wir die Blumen und auch das Unkraut lieber etwas stehen.
Meinen Garten habe ich Mitte Juni nun zum ersten Mal gemäht, um wieder Platz für neue Blumen zu machen. Natürlich „wuchert“ in meinem Garten auch „Unkraut“. Was wir aber immer gerne als Unkraut bezeichnen, ist für die Insekten von grosser Wichtigkeit. Viele Wildbienen freuen sich über den Löwenzahn, Wicken oder Disteln. Was stört es mich, wenn im Garten auch „Unkräuter“ heranwachsen? Was nützt es, wenn ich eine tote kahle grüne Wiese habe, auf der kaum ein Insekt anzutreffen ist? Ich erspare mir die Mühe des ewigen Rasenmähens und erfreue mich zugleich am Summen der vielen Insekten. Zudem muss ich kein Geld für Dünger und Pestizide ausgeben. Auch wenn die Wiese einmal braun wird. Sie erholt sich schnell selber wieder. Wie Dave Goulson in seinem Buch „Wildlife Gardening“ schreibt:
Natürlich braucht ein Rasen auch weder Dünger noch Pestizide. Gras kommt seit Millionen von Jahren ohne unsere Hilfe zurecht. In einem gesunden Garten sollte es eine vielfältige Gemeinschaft von Insekten geben, Tausendfüsser, Hunderfüsser, Nacktschnecken, Regenwürmer, und gar nicht zu reden von zahllosen Mikroorganismen, die unter der Grasnarbe im Boden leben. Wenn man genau hinschaut, findet man vielleicht auch ein paar bodennistende Bienen, etwa die hübsche Rotpelzige Sandbiene.
Mit dem ausbringen von Insektiziden zerstören wir nicht nur Schädlinge, sondern auch alle Nützlinge wie z.B. Bienen. Und diese sind im Garten doch sehr erwünscht. Immerhin bestäuben sie unsere Erdbeeren, Apfelbäume, Pflaumenbäume, Kirschbäume usw..
Noch niemand hat ein Pestizid erfunden, das den Unterschied kennt zwischen Insektenschädlingen wie Erbsenblattlaus oder Japankäfer, die wir vielleicht gerne töten möchten, und der grossen Überzahl, der wir besser keinen Schaden zufügen sollten, wie Bienen oder Schwebefliegen. Was immer der Hersteller behauptet, es ist undenkbar, dass in einem Garten, der mit einem starken Insektizid gespritzt wird, nur die Schädlinge verenden und Bienen und andere Nützlinge unversehrt zurückbleiben.
Wildlife Gardening (Dave Goulson)
Also, lieber die Finger von Pestiziden lassen und die gewonnene Freizeit im Garten beim Beobachten der vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt verbringen.
Projekt Blumenwiese Teil 3
Nach einem Jahr warten zeigt sich der Erfolg. Der Kleine Klappertopf, welchen ich im letzten Jahr ausgesät habe (siehe Projekt Blumenwiese Teil 1), wächst an gewissen Stellen der Wiese in grosser Stückzahl. Er schafft nicht nur Platz für insektenfreundliche Blumen, sondern ist auch ein Indikator für magere Wiesen. (Mai 2019)

Projekt Blumenwiese Teil 2

Im Garten beginnt es zu blühen und zu leben. Viele Insekten sind unterwegs und suchen nach Nahrung. Dies bringt mich wieder ins grübeln und nachdenken, wie ich meinen Garten für die Insekten, insbesondere Hummeln und Bienen, noch attraktiver gestalten kann. Der Löwenzahn setzt sich durch und bringt gelbe Punkte in das Grün des Rasens. Der Löwenzahn zieht verschiedene Insekten an, die sich an ihm sättigen. Daher reisse ich ihn nicht aus, sondern lasse ihn blühen und verblühen.
Auf einem Spaziergang entlang des Waldrandes beobachte ich neben mehreren Honigbienen auch drei bekannten Hummeln (Dunkle Erdhummel, Ackerhummel und Wiesenhummel), die den Nektar aus den Blüten der Purpurroten Taubnessel saugen. Des Weiteren entdecke ich ein Insekt, von dem ich zuerst annehme, dass es sich ebenfalls um eine Hummel handelt. Erst bei genauerer Betrachtung stellt sich heraus, dass es kein Hautflügler, sondern ein Zweiflügler ist und demnach in die Gruppe der Fliegen gehört. Es handelte sich um einen Wollschweber (siehe Bild). Auf dem Rückweg grabe ich ein paar Purpurrote Taubnesseln aus und pflanze sie in meinem Garten wieder in den Boden. Das Ziel ist es eine Vielfalt von Blumen in meinem Garten anzusiedeln, die möglichst zu verschiedenen Zeiten blühen. So möchte ich erreichen, dass sich verschiedene Insekten über einen möglichst langen Zeitraum in meinem Garten niederlassen können, um Nektar oder Pollen zu sammeln.




Projekt Blumenwiese
Meine Frau, welche unseren Garten pflegt und hegt, und ich machen uns Gedanken, wie wir in unserem Garten den Lebensraum für Insekten erweitern können. Pflanzen wie Lavendel, Echinacea, Fetthennen, Sonnenblumen und Obstbäume u.a. sind bereits vorhanden. Zudem achten wir darauf, dass wird den Rasen nicht zu schnell mähen. So hat auch der Klee und der Löwenzahn eine Chance als Insektenfutter zu dienen. Ich erfreue mich jeweils dem regen treiben der Insekten auf meiner Wiese. Der Anblick einer Wiese, die voller Leben ist, ist doch viel schöner als eine grüne Rasenfläche, die keinen Nutzen hat.
Der Einsatz von Unkrautvertilger, Dünger und Pestiziden ist tabu. Trotz den bereits getroffenen Massnahmen, möchten wir noch mehr für die Bestäuber machen. Auf unserer Wiese, die von Gräsern dominiert ist, finden wilde Blumen kaum Platz. Nun gäbe es die Möglichkeit den Rasen umzuackern, um so Platz zu schaffen. Dies ist mir aber zu aufwändig. Im Buch Wenn der Nagekäfer zweimal klopft: Das geheime Leben der Insekten von Dave Goulson, einem Hummelexperten aus Grossbritannien, bin ich auf eine andere einfachere Lösung gestossen:
…Ist der Dünger erst einmal ins Erdreich eingedrungen, lässt er sich nur noch sehr schwer entfernen. Die Bodenfruchtbarkeit geht zwar langsam zurück, wenn kein weiterer Dünger mehr hinzugefügt wird und man alljährlich das abgemähte Heu entfernt, doch das kann Jahrzehnte dauern. Indem der Kleine Klappertopf Gräser schwächt und sie zurückdrängt, kann er diesen Prozess beschleunigen…
Wenn der Nagekäfer zweimal klopft: Das geheime Leben der Insekten (Dave Goulson)
In einem Teil meines Rasens säen wir den kleinen Klappertopf, in der Hoffnung, dass dieser die Wurzeln der Gräser anzapft und so die Nährstoffe aus denselben saugt. Dadurch werden die Gräser geschwächt und es entsteht Raum für Blumen. Es gäbe noch weitere hemiparasitäre Pflanzen (Halbschmarotzer) die dafür geeignet wären. Da aber der Kleine Klappertopf in meiner Umgebung zahlreich vorkommt, probieren wir es mit diesem aus. Soweit die Theorie. Ob die Umsetzung funktioniert wird sich frühestens in zwei Jahren zeigen. Ich werde an dieser Stelle über den Erfolg oder Misserfolg berichten. (Juli 2018)
